Warum stammt Ihre Wolle nicht aus Frankreich?
In der Textilbranche gibt es heute etwas Absurdes: Wir importieren Wolle vom anderen Ende der Welt, während die meisten unserer Schafzüchter keine Abnehmer mehr für ihre Wolle finden! Oft deckt der Verkaufserlös nicht einmal die Kosten für die Schur. Dabei waren es doch einst, vor dem Aufkommen von Baumwolle und synthetischen Materialien, gerade sie, die es der französischen Bevölkerung ermöglichten, sich zu kleiden.
Doch heute sehen sich die französischen Landwirte mit zwei Schwierigkeiten konfrontiert:
- Was die Mengen und Preise für Wolle angeht, ist es für französische Züchter schwierig, mit den riesigen Herden in Australien oder Neuseeland zu konkurrieren, die auf die Wollproduktion spezialisiert sind
- Die von den Verbrauchern nachgefragten Wollsorten sind nicht mehr dieselben: Heute wünschen sie sich sehr feine Merinowolle (die nicht kratzt), wie sie die Schafe der südlichen Hemisphäre dank gezielter genetischer Züchtung liefern. Die französischen Schafe wurden jedoch seit dem 19. Jahrhundert eher auf Fleisch und Milch gezüchtet, was zu Lasten der Feinheit der Wolle ging (selbst die Merinowolle aus Arles ist dicker als die Merinowolle der südlichen Hemisphäre).
Doch vielleicht ändert sich das gerade: Es gibt Pioniere wie Ardelaine und Longo Maï oder in jüngerer Zeit Laines Paysannes, denen es gelingt, neue Verwertungswege für französische Wolle zu erschließen, beispielsweise durch die Herstellung von Produkten, bei denen es weniger auf Weichheit ankommt: Teppiche, Matratzen oder etwas rustikale Pullover...
Und was hat Loom damit zu tun? Wir würden gerne eines Tages einen etwas rustikalen Pullover aus französischer Wolle anbieten. Wir hoffen, dass es bald soweit ist!